Dyreborg haven

In diesem Urlaub passt es mit dem Wetter, es ist sonnig und warm. Gerade das Wetter ist beim Cat-segeln nicht unwichtig. Es ist ja schon nicht schön mit einer Yacht bei Schietwetter zu segeln, aber auf einem offenen Strandcat ist es erst recht nicht lustig.

Wenn der Regen einen unterwegs erwischt ist es nicht ganz so schlimm, aber bei Regen starten bringt einfach keinen Spaß .

Insofern ist heute alles im Lot und wir wollen heute nach Dryeborg Havnen . Es handelt sich bei Dryeborg Havnen um einen kleinen urigen Fischereihafen. Dieser Hafen hat auch einige Gastliegeplätze für Yachten. Weiterhin befindet sich in diesem Hafen eine kleine Werft, was einen besonderen Charme hat. Sowohl das Fahrwasser als auch das Hafenbecken sind sehr eng. Für uns hat dieser kleine Hafen viel Atmosphäre und natürlich gibt es dort auch einen Kaffee. Für den Skipper immer ein Grund den Hafen anzulaufen. 

Dyreborg Havnen
Dyreborg Havnen Eine Aufnahme von einem Jahr davor
Dryeborg haven
Dryeborg haven

Der Wind ist heute moderat, weht gerade mal mit zwei Windstärken.

Wir bringen unseren Katamaran in gewohnter Weise zu Wasser und segeln ganz gemütlich an der Küste von Fynen entlang. Die leichte Ostseedünung hat für unser Boot gerade den richtigen Abstand. Wir gleiten richtig schön die Wellen rauf und runter. Bevor wir in den Faaborg Fjord einbiegen können müssen wir Dyreborg Cap umrunden. Von diesem Cap müssen wir uns gut frei halten. Hier liegen große Findlinge knapp unter der Wasseroberfläche. Selbst wir können hier Schaden nehmen. Daher setzen wir unseren Kurs weiter auf See hinaus. Bei diesen Wetterbedingungen ist dies kein Problem für uns. Nachdem wir das Cap passiert haben biegen wir nach backbord (links) in den Faaborg Fjord ein. Hier müssen wir uns ebenfalls etwas vom Ufer freihalten um etwas Wind zu fangen. Dabei müssen wir darauf achten, dass wir der Fähre nach Lyoe nicht in die Quere kommen. Von achtern kommt ein Kajütkatamaran auf. Wir können erkennen, wie sein Skipper überlegt was er da vor sich hat. Als der große Katamaran uns erreicht hat werden wir ganz herzlich gegrüßt. 

Schon kommt unser Ziel Dryeborg Havnen in Sicht. Ich bin mutig und schnippel das Fahrwasser an, wohl wissend, das es hier recht flach wird. Es wird sofort flach nachdem ich den Kurs geändert habe. Wenn wir über Bord schauen sieht es aus als ob wir in ein Aquarium sehen. So klar ist das Wasser an dieser Stelle. Es wird noch flacher und schon rumpelt das Mittelschwert über Grund und kurze Zeit später auch unser Ruderblatt. Im Grunde ist dies kein Problem; unser Schwert ist so konstruiert, dass es bei Grundberührung automatisch ausklingt und hochklappt. Gleiches gilt für unser Ruderblatt. Jetzt weiß ich, dass wir nur noch ca. 60 cm Wasser unter den Rümpfen haben. Wir steuern unser Ziel immer noch mit 5 Knoten  an. Jetzt kann ich wieder in das Fahrwasser einbiegen und stelle sofort das Ruderblatt wieder senkrecht. Gabi übernimmt die Talje vom Mittelschwert und setzt auch dieses wieder senkrecht.

Natürlich werden wir vom Hafen aus beobachtet. Die Zuschauer scheinen es zu ahnen, dass wir nur unter Segeln in den Hafen einlaufen. Somit tragen wir ein wenig zum Programm des Hafenkinos bei. Gleich nach dem Passieren der Hafeneinfahrt muss ich nach Backbord abbiegen und ein kurzes Stückweiter gleich wieder nach Steuerbord, um zur Slipanlage der Werft zu gelangen.

"Gabi nimm bitte kurz nach dem passieren der Hafeneinfahrt die Fock weg, wir haben sonst zuviel Speed drauf."

"Wie schnell sind wir denn "?  kommt es zurück.

"Um die 5 Knoten also 10 bis 11 km/h "

Kurz nach passieren der Hafeneinfahrt rollt Gabi die Fock ein und nur unter Großsegel wird der eben beschriebene Zickzackkurs gefahren.

Die Slipanlage ist eine Betonplatte. Diese haben die Eigenschaften im Wasserbereich sehr rutschig zu sein. Es ist schon mancher Bootseigner vor seinem Boot im Wasser gewesen. Daher entschließe ich mich zu einem Manöver, welches man normal nicht mit einem Katamaran fährt. Ich werde direkt auf die Betonplatte fahren in der Hoffnung dass dort keine Glasscherben liegen.

Mit dem letzten Schwung nach der letzten Biegung gleiten wir auf die Slipanlage. Geschafft, leider konnten wir nichts spektakuläres zum Hafenkino beitragen. Das Boot noch ein Stück hochziehen und erst einmal raus dem Trockenanzug. Beim Hafenmeister fragen wir nach ob wir für einen Kaffee mit unserer Großraumyacht einen Augenblick auf der Slipamlage liegen dürfen.

Wie häufig ist unser Boot ein toller Türöffner, der Hafenmeister ist ganz begeistert von uns. Klar dürfen wir für einen Kaffee dort liegen.

Im Hafen gibt es die schönen dänischen Picknickbänke. So holen wir uns unseren Kaffee und nehmen auf einer dieser Bänke platz.

 

Nachtrag

Nach diesem Urlaub ging es wieder zurück zum Plöner See. Dort sind wir noch einige Kilometer gesegelt bevor die Saison zuende ging.

 

Im Jahr 2013 sind wir immerhin 413 Kilometer gesegelt. Die Ostsee mit ihrem gleichmäßigen Wind hat uns sehr gut gefallen.  Wir werden sicherlich wiederkommen. Als Idee steht eine Wandertour im Raum.

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