Eine Gewitterfront holt mich ein

Noch ist alles gut das Segeln bringt Spaß
Noch ist alles gut das Segeln bringt Spaß

Man könnte fast meinen, dass ich bewußt haarige Aktionen mit unserem Evo fahre nur damit ich hier etwas schreiben kann. Liebe Leser ich kann Euch versichern, dem ist nicht so. Klar segeln wir gerne am Limit, aber das haben fast alle Katamaransegler gemeinsam. Das macht ja den Reiz von unserem Sport aus. Ihr konntet ja auch im Bericht vorher lesen, dass wir auch ganz schillig unterwegs sein können. Heute war allerdings mal wieder so ein Segeltag wo mehr drin war als die Verpackung vermuten lies. Ich gebe zu, das Wetter war heute etwas unbeständig , aber der Wind war recht gut und vor allem etwas gleichmäßiger. Das ist bei uns auf dem See leider nicht so oft gegeben.

Aus dem Logbuch:

Wind SW 3-4 Bauefort Gewitterfront 7

Etmal 9,5 km

Geschwindigkeit 24 km /h = 12 Knoten

 

Wie immer im Leben hat man für die richtig spannenden Momente keine Kamera dabei oder eben keine Zeit entsprechende Aufnahmen zu machen.  So natürlich auch heute, ich hatte zwar meine Outdoor Kamera dabei aber keine Zeit dafür. In der Regel arbeite ich mit drei bis vier Kameras. Zwei davon sind richtige Aktion Cams, Eine ist eine Outdoorkamera, welche ich am Mann trage und die vierte Kamera ist eine Große Kamera für Aufnahmen von Land aus. Nun heute eben nur die Outdoor Kamera!

Ich bin heute alleine unterwegs, meiner Vorschoterin ist es zu ungemütlich und sie möchte lieber lesen während ich meinen Bewegungsdrang auslebe.

Auf Grund unserer Erfahrung bei den Kenterübungen, bin ich heute für meine Verhältnisse mutig und entscheide mich für das große Segel. Wo ich nun weiß, dass ich mit unsere super Kentersicherung am Mast ( Wasserball ) den Evo auch alleine aufgerichtet bekomme, fällt mir dieser Schritt leichter. Vom Wetter her ist es eigentlich nicht so kalt aber trotzdem ungemütlich, daher entschließe ich mich für den Trockenanzug. Es zogen den ganzen Tag immer mal wieder Schauerböen durch. Im Moment sieht es recht gut auf der Wetterapp aus. Den Gennaker ziehe ich heute nicht auf, da 4er Böen einfach zu viel sind. Der Evo wird in gewohnter Weise klar gemacht. Die Großschot hake ich in das zweite Loch von vorne gesehen in die Lochplatte ein. So wird das Segel flach gefahren und es fängt weniger Wind. Ab geht die Post ich habe den Evo gut austariert, ich muss mich selbst daran erinnern, immer ein Stückchen nach vorne zu den Wanten zu rutschen. Ich sitze immer etwas zu weit hinten. Es läuft, mein Evo und ich sind flott unterwegs. Es kommt ein Regenschauer vorbei, aber dass macht mir nichts. Bin eh nass durch das Spritzwasser. Mein Evo und ich jagen mal wieder über den See und es macht richtig Spaß. Ich leite die 5 Wende ein und nehme wieder Kurs Süd. Irgendwie sieht der Himmel merkwürdig aus. Vom Süden her kommt eine Regenfront auf mich zu. Ich kann das südliche Ufer nicht mehr sehen.

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Boot Düsseldorf 2019

Halle 15 war eine interessante Halle für uns
Halle 15 war eine interessante Halle für uns

Es ist mal wieder soweit. Ein Jahr ist rum und die Boot Düsseldorf ist jetzt wo ich diese Zeilen schreibe schon wieder Geschichte. Auch in diesem Winter möchte ich Euch, liebe Leser, einen kleinen Eindruck  von meinem Messebesuch geben. Ich hatte ja versprochen das Thema Trockenanzüge mit auf meine Agenda zu setzen. Dies ist geschehen und zu dem Ergebnis komme ich im Laufe des Berichtes. Wie im letzten Jahr lasse ich einige Bilder sprechen. Nicht alle Bilder sind ernsthaft für uns Schlauchis geeignet. Ich hoffe aber, dass ihr diese Bilder genauso mit einem Augenzwinkern betrachten werdet wie ich. Eins ist klar, so ein Messetag ist echt kein Zuckerschlecken. Obwohl es unser Hobby ist, ist man nach gut 6 Stunden Informationen und Menschenmassen völlig geschafft.

Ich hatte mir für die Messe so eine Art Plan zurechtgelegt. Ganz oben standen die Trockenanzüge, danach sollte es zu Grabner gehen und im Anschluß der Bummel zu anderen interessanten Produkten. Um nicht ganz unvorbereitet zu sein versuchte ich im Vorfeld zur Messe schon einmal zu ergründen wer mit Trockenanzügen auf der Messe vertreten ist. Mh, das Internet spuckte nur die Taucheranzüge aus. Egal was ich dort als Suchbegriff eingab. Merkwürdig!! Also wurde der Plan leicht abgewandelt. Aus den Messeerfahrungen heraus, die ich in Hamburg sammeln durfte, hatte ich die Hoffnung bei den Funsportarten fündig zu werden.

Diesmal begleitete mich neben Curt auch meine Vorschoterin zur Messe, was natürlich für uns etwas besonderes war. Gabi war das erste Mal auf der Boot und sichtlich von der schieren Größe beeindruckt. Ziemlich genau um 10 Uhr trafen wir mit der U-Bahn am Messebahnhof Nord ein. Das Wetter war grausam und daher super geeignet für einen Messetag. Da Curt keinen besonderen Plan hatte, verfolgten wir meinen Plan. Das bedeutete, dass wir uns zuerst in die Fun Sport Halle begaben. In der Halle 11, wo sich die Funsportler befanden, waren wir noch nie, also betraten wir Neuland.

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Einfach nur segeln

Wir haben mittlerweile mitte Mai und das Wetter ist ein Traum. Für heute sagen die Wetterfrösche maximal 3 Windstärken voraus. Idealer Wind für den Gennaker.

Aus dem Logbuch:

Wind 3 Beaufort abnehmend

Max Geschw. 23 km/h

Etmal 50 km

Lufttemperatur 22°

Wassertemperatur 15° C

 

Heute werde ich mal wieder alleine segeln, dies ist das Los, wenn man Schicht arbeitet. Es hat aber auch Vorteile. Ich habe den See fast für mich alleine. Nun stellen sich mir wie jedes Mal zwei Fragen. Soll ich das große Segel aufziehen oder doch besser das kleine Segel nehmen. Zweite Frage lautet soll ich den Trockeanzug anziehen oder Neopren anziehen. Die 15° Wassertemperatur lassen mich lieber zum Trockenanzug greifen. Allerdings nur mit ganz leichter Bekleidung darunter.

Jetzt noch die Frage des Segels. Ich greife lieber noch einmal zum Handy und checke die Wetter App. Größere Störungen sind nicht zu erwarten, somit bin ich heute mutig und greife zum großen Segel. Für die Leser, welche  sich noch nicht so durch diesen Blog gekämpft haben und sich fragen warum ich mutig bin? Sollte mich unerwartet eine 4èr  Windbö überraschen kenter ich bei meinem Kampfgewicht mit dem Evo sehr schnell. Daher greife ich eher zum kleinen Segel, wenn ich alleine unterwegs bin.

Die Fock hatte ich angeschlagen gelassen. Damit mir das schöne Segel nicht bei der Sonne ausbleicht habe ich mir bei meiner Segelmacherei (Frau Feldhusen, Kiel Schilksee) ein Verhüterli nähen lassen. Jetzt brauche ich nur das Großsegel und den Gennaker anschlagen. Den Gennaker schlage ich schon an unserem Standplatz an, um das Leinenwirrwarr besser zu überblicken. Nachdem ich den Gennaker angeschlagen habe kommt der Trockentest. Der Evo wird so gestellt, dass der Wind leicht von hinten in das Segel greifen kann. Aber Achtung nicht zuviel Wind. Ich habe den Rumpf auf dem Slipwagen und wenn ich zuviel Wind fange habe ich einen unkontrollierten Strandsegler. Das wäre nicht gut. Nachdem ich den Gennaker an Land jeweils auf jeder Seite aus und wieder eingerollt habe und alles funktioniert wird der Evo zum Strand verbracht. Jetzt erst setzte ich das Großsegel. Mir ist es schon passiert, dass ich bei viel Wind mit meinem Evo bei gesetztem Großsegel über den Bootsliegeplatz getrieben wurde. Sah bestimmt lustig aus, war aber für mich ziemlich blöd. Das liegt daran, dass unser Großsegel an den Wanten hängen bleibt und dadurch immer noch genügend Segelfläche bietet. Das ist nicht schön, aber nicht zu ändern. Das ist der Grund warum ich das Großsegel immer erst direkt am Wasser setze. Nun ist auch das erledigt und ich kann mich komplett anziehen. Bei diesen Lufttemperaturen ist das schon blöd mit dem Trockenanzug. Da wären mir kurze Hose und T-Shirt lieber, so wie es die Jollen und Kajütsegler machen. Aber was solls, safty first.

 

Am Paddelgrif vor der roten Tasche der ratschenblock des Gennakers
Am Paddelgrif vor der roten Tasche der ratschenblock des Gennakers

Zum Gennaker fällt mir gerade ein, dass wir ja die Ratschenblöcke noch versetzen wollten. Grabner sieht von Haus aus vor, dass diese Blöcke an den Augbolzen der Wanten angeschlagen werden. Wir fanden das nicht ganz so gut, da Gabi mich beim Arbeiten an der Gennakerschot immer fast außenbords befördert hätte. Daher haben wir uns entschlossen die Ratschenblöcke etwas nach vorne zu versetzen. Jetzt haben sie ihren Platz am vorderen Beam. Links auf dem Foto vor der roten Tasche und über dem Knauf des Paddels kann man den Block erkennen. Diese 20 cm verschaffen mir hinter Gabi den Raum, den ich benötige. Das Versetzen der Blöcke hat keine Auswirkung auf die Stellung des Gennakers, da seine Holepunkte nicht versetzt wurden. Nachdem ich gestartet bin und meine üblichen Arbeiten auf dem Trampolin verrichtet habe ,wie Mittelschwert setzen und Ruderblatt durchsetzen, kann ich den Gennaker schon gleich zu Beginn ausrollen.

Was für ein toller Segeltag, blauer Himmel, es ist warm und es weht ein leichter Wind. Ich bin heute froh, dass ich mich für das große Großsegel entschieden habe. Das kleine Segel wäre heute definitiv von der Segelfläche her zu klein gewesen. Das wäre eine harte Nummer geworden , so über den See zu schleichen. Das ist nix für Katamaransegler. Mein Evo und ich gleiten über den See wir haben jetzt 10 Kilometer schönstes Gennakersegeln vor uns. Einfach traumhaft.

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Powersegeln

Liebe Leser,

nach dem Kentertraining noch ein kleines Video welches zeigt was mit dem Hapy cat Evo möglich ist. Ich bin mir durchaus bewußt, dass nicht jeder so segeln mag wie wir und viele Leser es eher gemütlich angehen lassen. Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Aber für die jenigen Leser die es sportlicher mögen ist dieser Film vielleicht eine kleine Motivation für das Jahr 2019. Meine Frau hatte auf jeden Fall ihren Spaß.

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Kenterübungen

Im letzten Winterhalbjahr haben wir im Schlauchseglerforum diskutiert, wie man am besten einen durchgekenterten Evo wieder aufrichtet. Ich hatte dort versprochen, wenn die Wetterbedingungen entsprechend sind, dass ich mal wieder eine Kenterübung durchziehe. Dieser Sommer war ja wie geschaffen für das Projekt.

Es ging auch um die Fragestellung was ist günstiger, den Kat durchkentern lassen oder eben nicht durchkentern lassen. Wie immer im Leben gibt es keine eindeutige oder richtige Antwort auf diese Frage. Ich habe zum Beispiel Katamaransegler aus Scharbeutz ( Ostsee ) kennen gelernt, die ihren Kat bei einer aufziehenden Gewitterfront auf der Ostsee ganz bewußt zum Durchkentern bringen. Das Wasser ist tief genug kein Problem, der hohe Mast ist weg und auch das Rig ist unter Wasser. Der Segler selbst hat im Grunde eine recht geschützte Insel. Ist die Front durch, richten sie ihren Katamaran wieder auf und weiter geht es. So kann also auch eine Lösung aussehen.

Ich persönlich habe da ein ganz anderes Problem. Zum Teil segel ich auf Gewässern die nicht ganz die Tiefe von 6 Metern aufweisen. Zum Beispiel das Oder Haff maximal 3 Meter Wassertiefe. Aber auch mein Heimatsee ist nicht überall tief. Unser See hat etliche Bereiche die unter 0,5 Meter an Tiefe besitzen. Auch die Schlei ist so ein flacher Fjord mit Maximal 3 Meter Wassertiefe. Wenn man da durchkentert steckt der Mast im Schlick fest. Nun kommt bei mir noch hinzu, selbst wenn der Mast frei ist, reicht mein Kampfgewicht nicht aus, um den Evo wieder aufzurichten. Wie Ihr liebe Leser schon lesen konntet, habe ich das schon einige Male sozusagen live ausprobiert. Mich persönlich bremst das beim Katamaransegeln aus. Ich gehe nicht an das mögliche Limit, weil ich weiß, wenn es mich umhaut hänge ich da. Daher ist es mein ganz persönliches Bestreben eine für mich akzeptable Lösung zu finden.

Es wurden im Forum tolle Ideen und Lösungsansätze vorgebracht. Auch die Grabner Kenterboje soll nicht unerwähnt bleiben. Ich glaube ich hatte es schon erwähnt , dass das Kenterkissen von Grabner nicht mehr für den Mast des Evo`s oder Hurrican geeignet ist. Nicht das man das Kenterkissen nicht mehr am Mast fest bekommt, nein das ist nicht das Problem. Der Auftrieb reicht einfach nicht mehr aus um den schwereren Mast in der Schwebe zu halten. Für den Vision ist es gut geeignet, da funktioniert es. Einen Lösungsansatz in der Forumsdiskusion fand ich wirklich spannend und habe diesen auf Grund seiner sehr geringen Kosten ausprobiert. Bodo hat einfach einen Nivea Ball in seinen Masttop gehängt. Ich hatte damals dazu geschrieben, dass meine Frau keinen Ball im Masttop wünscht. Diesen Einspruch muss ich nun korrigieren. Es gibt mittlerweile durchsichtige Bälle. Das bedeutet sie fallen nicht gleich auf. Mich hat diese Idee irgendwie angesprochen. Also bin ich los und habe mir in den gängigen Drogeriemärkten so einen Ball besorgt. Aber Achtung es gibt dort unterschiedliche Größen. Mein Ball hat 51 cm Durchmesser. Bei einem Ball von 41 cm Durchmesser geht der Mast unter oder anders gesagt der Kat kentert trotz Ball durch. Nun muss man nicht vor Ort den Ball aufpusten und messen, nein es steht auf der Verpackung drauf. Klar ist eigentlich auch, dass es die Bälle nur zur Badesaison im Handel gibt. Bei Amazon und Co kann man sie wohl das ganze Jahr über bestellen. Ein Ballnetz hatte ich noch. Nicht schön aber für Testzwecke zu gebrauchen.

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Rollgennaker muss zeigen was er kann

Heute ist der perfekte Wind für uns. Es sind 3 bis 4 Beaufort aus Süd-West.  Das ist nicht zu viel und auch nicht zu wenig Wind. Die Temperaturen sind noch etwas frisch. Die Lufttemperatur liegt bei 15° C und das Wasser hat gerade mal 9° C . Daher fällt uns heute die Kleiderfrage leicht. Wir entscheiden uns für unsere Trockenanzüge und ziehen sogar unsere Fließoveralls unter. Unserer Erfahrung nach werden wir bei diesen Windverhältnissen ordentlich Spritzwasser abbekommen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir unser Gepäcknetz aufgerollt auf dem vorderen Beam fahren. Jetzt setllt sich sicherlich der eine oder andere Leser die Frage warum wir dies denn so fahren. Hier die Erklärung: Ich segel öfters auch alleine und nicht gerade bei wenig Wind. Mein Kampfgewicht ist ja nicht ganz so groß wie Ihr liebe Leser wisst. Wenn ich das Gepäcknetz normal gespannt fahre, habe ich das Gefühl, dass ich bei einigen Windverhältnissen nach hinten abgeworfen werde. Denn der Wind greift gerne mal unter das Trampolin.  Es macht schon etwas aus ob man 4 Quadratmeter mehr Windangriffsfläche bietet oder nicht.

Mir ist das zwar noch nie passiert, dass ich nach hinten abgeworfen wurde aber es fühlt sich komisch an. Wenn wir ordentlich Gepäck auf dem vorderen Trampolin fahren ist dies kein Problem. Allerdings segelt es sich halt ohne Trampolin vor dem Mast nasser! Unser heutiger Plan sieht vor, ganz in den Süden von unserem See zu segeln und im Anschluß unter Gennacker den Rückweg anzutreten. Es soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass sich am Südende, ganz versteckt ein Hof-Cafe befindet, welches man mit dem Katamaran anlaufen kann.

Gabi hat heute die Pinnenführung und ich gebe den Vorschoter. Es ist uns wichtig, dass hier an Bord jeder alles kann und keine Angst vor etwas hat. Wie man ja im letzten Bericht lesen konnte, kann es jeder Zeit passieren, dass einer über Bord geht. Dann sollte der Andere das Boot schon segeln können.

Wie wir es heute erwartet haben wird es draußen auf dem See recht ruppig. Schon auf den ersten Metern nehmen wir gut Wasser über und sind froh über unsere Kleiderwahl. Heute hat es meine Skipperin nicht leicht. Ein Regattafeld liegt mitten auf unserem Kurs. Es ist nicht immer so einfach ein Regattafeld zu passieren, man möchte ja die Sportsegler nicht behindern. Dies ist ein Gebot der Fairnis.

 

Man sieht zwar das Seglerfeld sehr gut aber wo genau liegen die Bojen für die Wenden? Welchen Kurs segelt das Regattafeld gerade? Gabi schaut angestrengt nach vorne. Sie muss mit dem Traveler spielen, um unsere Geschwindigkeit zu regulieren. Aha das Feld fährt uns entgegen und wird hinter uns an der Boje eine Wende einleiten. Okay dann geben wir mal Gas , Gabi holt den Traveler dicht und bei diesen Windverhältnissen schießen wir davon. Wir sind allemal schneller als die hier segelnden Jollen. Einzig die Olympischen Regatta Jollen wie

Twenty - und Forty- niner segeln uns davon. Die Wellen machen uns nichts. Hier kommt uns die Beweglichkeit unserer Rümpfe zu gute wir gleiten wie Volvo Ocean Racer über die Wellen. Trotzdem bekomme ich als Vorschoter ordentlich Spritzwasser ab. Nach dem Passieren des Regattafeldes kommen wir in einen Bereich des Sees wo es immer etwas weniger Wind gibt. Hier kann ich mich wieder gemütlich auf dem Trampolin räkeln. In dieser Passage haben wir immer das Gefühl als ob unser Evo steht, aber dem ist nicht so, wir machen immer noch gut Fahrt. Schon verrückt wie schnell man sich an die hohen Geschwindigkeiten gewöhnt und schon fast etwas süchtig danach wird. Nach zwei weiteren Kreuzschlägen erreichen wir unser heutiges Etappenziel, das kleine Hof-Cafe. Da die Gäste im Garten sitzen können mit Blick auf den See wird unser Anlanden natürlich zu einem kleinen SpeKtakel. Nach dem wir unseren Evo auf den Mini Strand gezogen haben werden wir auch schon von interessierten Gästen angesprochen. "Ist das ein Schlauchboot? Segelt er auch? Wie schnell ist er denn ? Wie lange benötigt man zum Aufbau? Wie ist das Packmaß? Wir öffnen unsere Trockenanzüge und binden uns das Oberteil um die Hüften und beantworten nebenbei die gestellten Fragen. Nachdem der Wissensdurst gestillt wurde, geht es in unserer tollen Aufmachung in Richtung Kuchenbufet. Man muss wissen, dass dieses Cafe in aller Regel von Radfahrern und Motorradfahrern angelaufen wird. Catamaransegler, wie wir, kommen auch aber eben eher selten. Vom Wasser ist dieses Cafe kaum zu sehen. Auch wir müssen jedes Jahr aufs neue etwas suchen. Na ja, auf jeden Fall werden wir auch im Cafe auf grund unserer Kleidung angesprochen und es wird rumgeflachst. Zurück im Garten setzen wir uns in der Nähe von unserem Cat an einen Tisch. Nach geraumer Zeit landet noch ein Ehepaar mit einem Festrumpf Cat an. Auch sie zeigen Interesse an unserem Evo. Es entwickelt sich ein sehr angenehmes Gespräch. Natürlich interessieren sie sich in erster Linie für die Segeleigenschaften aber auch für die Packmaße von unserem Boot. Die zwei Packsäcke von 1,85 Meter Länge und der Schlauchsack klingen für sie sehr verlockend. Sie haben das Problem, das wir Schlauchsegler elegant gelöst haben, sie können ihren Cat nicht so recht mit in den Urlaub nehmen.

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Kleiderfrage

Immer wieder aufs Neue stellt sich uns die Kleiderfrage Trockenanzug oder Neoprenanzug.

In diesem Frühjahr haben wir uns neue Neoprenanzüge gekauft. Anzüge ist nicht ganz das richtige Wort, wir haben uns für Zweiteiler entschieden. Wir sehen denVorteil darin,  dass man das Oberteil ausziehen kann wenn es richtig warm ist.

Mittlerweile hat sich über Europa ein Hoch etabliert und beschert uns seit dem 2. Mai sommerliches Wetter. Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wassertemperatur nach wie vor bei 8 ° C liegt. Das ist verdammt kalt, selbst im Neopren. Da schwinden  schnell die Kräfte, wenn man ins Wasser fällt.

Aus dem Logbuch:

Wind 2-3 Beaufort

Sonne satt blauer Himmel

Gennakersegel ja

Temperatur an Land schon 24 ° C Wasser hatten wir ja schon mit 8° C erwähnt. Da herrscht noch ein gewisses Ungleichgewicht.

 

Der Wind ist leicht, die Lufttemperatur ist hoch, ich entschließe mich unseren neuen Neoprenanzug zu testen. Der Kampf geht schon beim Anziehen los, so richtig kommt man in diese Dinger nicht rein. Es ist ein ganz schönes Gewürge. Gut ist, dass wir einen Zweiteiler haben, so kann ich das Oberteil erst überziehen wenn ich unseren Evo an Land aufgetakelt habe. Sonst wäre ich vorher schon von innen total nass. Es sind doch immer einige Vorbereitungen zu treffen wie, Großschot anbauen, Pinne anbauen Gennaker setzen und testen und zum Schluß das Großsegel setzten. Dazu kommen noch einige Klöneinheiten. In der Regel brauche ich für das Ganze Drum und Dran doch fast immer 30 Minuten bis ich auf dem Wasser bin. Heute bin ich alleine unterwegs meine Vorschoterin muss arbeiten. Bei diesen Windverhältnissen ist ein Start alleine gut machbar. Kurz bevor ich unseren Evo am Strand slippe ziehe ich mein Neopren Oberteil über. Es ist alles sehr eng. Im Trockenanzug kann ich mich etwas besser bewegen, aber bei diesen Temperaturen ist das eine Einmann Sauna!

Ich bringe meinen Evo zu Wasser und setze ihn danach auf den Strand, damit ich den Bootswagen an Land bringen kann. Danach geht es zurück und mit einem leichten Schwung auf das Trampolin. Bis jetzt sind nur die Beine nass geworden, dies finde ich sehr praktisch. Ein nasser Hintern selbst im Neopren ist nicht so toll. Die üblichen Arbeiten auf dem Trampolin erfolgen jetzt in schneller Reihenfolge, damit ich meinen Evo steuerfähig bekomme. Nach dem Anfangsstress kommt die Relaxphase, gemütlich kann ich bei Kaiserwetter auf unseren See hinaussegeln.

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Die erste Probefahrt mit den neuen Umbauten

Hallo liebe Leser, nun ist es wieder soweit, der Evo befindet sich im Winterlager und bekommt seine wohl verdiente Wellness-Kur. Rümpfe pflegen und Aluprofile pflegen. Einige Leinen müssen nach gut 6 Jahren Dauerpower auch ausgetauscht werden. Aber dies sind Kleinigkeiten im Vergleich zu unserem letzten Winter.

Jetzt ist es auch an der Zeit unseren kleinen Segelblog wieder zu pflegen.

Dieser Segelsommer war ja der Hammer, ich hoffe, dass viele Leser dieses super Wetter ausgiebig mit ihren Schlauchis nutzen konnten. Wir starten die Saison recht früh und zwar am 27.04.2018. Es ist ein wunderschöner Tag aber auch noch recht frisch. Die Bäume an unserem See sind mit der Blätterbildung auch noch recht zurückhaltend. Da wir stark vom letzten Regensommer 2017 geprägt sind, möchten wir diesen schönen Tag nutzen. Ich weiß zu diesem Bericht habt ihr, liebe Leser, schon ein Video im Blog, aber wir wollten unsere Erlebnisse noch etwas ausführlicher beschreiben. Das Video war für Die- jenigen gedacht, welche sich eventuell mit ähnlichen Gedanken tragen wie wir, und dies diesen Sommer noch umsetzen wollen.

Aus dem logbuch:

Wind : 2-3 Beaufort Tendenz gegen 0

Max. geschw. 10 km/h

Lufttemperatur ca. 14° C

Wassertemperatur ca. 8° C

Okay dies ist heute nicht gerade der Wind, um in einen Geschwindigkeitsrausch zu kommen, aber der Wind ist ideal um unsere Umbauten zu testen. Wir sind beide ganz heiß darauf zu erproben, ob unsere vielen Gedanken, die wir uns im Vorfeld gemacht haben, nun auch so funktionieren. Da der Gennaker ein Leichtwindsegel ist passt die heutige Windstärke perfekt.

Es sind noch nicht mal alle Catamarane auf dem Platz und wir machen unseren Evo schon segelklar. Wie auch schon bei dem alten Gennakersystem findet ein erster Probelauf an Land statt. Es ist durch das Rollensystem zwar eine Leine weniger zu handhaben, man kann aber trotzdem noch die Schoten des Gennakers falsch führen, so dass er sich nicht ein oder ausrollen lässt. Das ist ja so eine Spezialität von mir die Schoten vom Gennaker falsch zu führen.

 

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Gennakertest

Hallo liebe Leser,

hier wie versprochen unser kleines Video zum Rollgennaker. Wir sind beide sehr zufrieden mit der Umrüstung. Es funktioniert genau so, wie wir es uns vorgestellt haben. Als letzten Punkt dieser Aktion werden wir die Ratschenblöcke auf den vorderen Beam legen. Dann falle ich nicht fast von Bord, wenn Gabi den Gennaker ein oder ausrollt. Das kann man glaube ich ganz gut im Video sehen. Dann ist der Holepunkt weiter vorne. Aber dies sind Kleinigkeiten.

Auch mit unser neuen Travelerschiene bin ich persönlich sehr zufrieden. Ihre Funktion kann man in einigen Filmpassagen ganz gut sehen. Wie gesagt, dass Grabner Dreieck tut es aber auch.

Ja, wie in jedem Jahr ist jetzt bis ca. Oktober Stillstand hier im Blog angesagt. Wir wollen reichlich segeln und im Winter wird dann wieder ausführlich über unsere Erlebnisse berichtet.

Danke für die vielen tollen Kommentare. Es ermutigt uns unseren kleinen Blog fortzuführen.

Euch liebe Leser eine schöne Segelsaison 2018.

 

 

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Werftbericht zweiter Teil

Die neue Bugspritverlängerung auf der Werkbank
Die neue Bugspritverlängerung auf der Werkbank

Im ersten Teil von unserem Werftbericht ging es um die Travelerschiene. Im zweiten Teil wollen wir uns dem Gennaker widmen sowie dem Praxistest im Garten.

Gabi und ich haben im letzten Jahr immer wieder lange vor unserem Evo gestanden und uns überlegt wie wir am besten den Rollgennaker umsetzen können. Von den Segeleigenschaften her war es mir wichtig, dass der Rollgennaker die gleichen Anschlagspunkte haben soll wie das alte System. Gabi war die Bedienung der Reffleine wichtig. So wurde im Groben folgender Plan entwickelt.

Wir benötigen nochmals eine Bugspritverlängerung wie bei der Tube aber eben ohne Tube. Das Gennakersegel selbst muss so umgebaut werden, dass es zu einem Rollgennaker wird. Ob diese Umgestaltung des vorhandenen Gennakers machbar ist,  mussten wir erst bei einem Segelmacher erfragen. In unserem Fall war beziehungsweise ist es ja eine Segelmacherin ( Segelmacherei Feldhusen Kiel). Der Umbau des Segels stellte für die Fachfrau gar kein Problem da. Die Umlaufleine zum Bergen, sprich Aufrollen des Gennakers sollte bis zum Trampolin laufen. Wir verwenden hierfür unseren alten Fockroller, da wir für das Focksegel wieder auf den Einhandfockroller umsteigen. Die umlaufende Schot besteht aus einem geflochtenen Seil, dies kann nur von einem Fachman im Langspleis auf die Länge von 3 Meter gebracht werden. Auch dies erledigte unsere Segelmacherin. Ich weiß jetzt wundern sich einige, habe ich doch als Seemann spleißen gelernt. Stimmt auch, aber ich habe damals meine Prüfung nur mit geschlagenem Tauwerk und Drahtspleißen abgelegt. In der Berufsschifffahrt gab es kein geflochtenes Tauwerk. Daher bin ich heute aus dieser Nummer raus.

So blieb für mich selbst die Metallarbeit am Bugsprit übrig. Ich bin ein Fan von pragmatischen Lösungen. Am besten eignet sich für mein Vorhaben ein weiterer Bugsprit von Grabner. So bestellte ich bei Frau Wasinger einen neuen Bugsprit. Das Rundrohr hat die richtige Stärke und gleich alle Beschläge die ich benötige. Für Interessierte, der Preis lag ca. bei 296 Euro. Der neue Bugsprit wurde auf die Länge der Bugspritverlängerung mit der Tube eingekürzt. Schmerzt ja schon gleich bei einem neuen Bugsprit die Metallsäge anzusetzen. Half aber nichts! Dabei kam heraus , dass Grabner nicht nur ein Rohr verwendet für den Bugsprit sondern im vorderen Drittel der Bugsprit aus zwei Rohren besteht. Das gibt natürlich Stabilität, nicht schlecht. Im stillen beglückwünschte ich mich zu meiner Entscheidung, etwas mehr Geld aus zugeben.

So sieht unsere neue Bugspritverlängerung aus
So sieht unsere neue Bugspritverlängerung aus

Von meiner vorhandenen Bugspritverlängerung mit der Tube habe ich die Befestigungsschellen abgebaut. Das System der Befestigung mit diesen Schellen gefällt mir sehr gut. In die neue Bugspritverlängerung wurden nun mit der Standbohrmaschine die neuen Löcher für die Schellen gebohrt.  Hier sollte man schon achsengerecht arbeiten sonst passt es nicht. Danach wurden die Schellen wieder montiert, die Endkappen gesetzt und fertig ist die Bugspritverlängerung.

Oben im Bild kann man das fertige Endprodukt sehen. Ich finde es sieht richtig gut aus.

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Werftbericht erster Teil

Die Klemmen müssen weichen um die Travelerschiene setzen zu können
Die Klemmen müssen weichen um die Travelerschiene setzen zu können

Mittlerweile ist Winter und unser Evo liegt zu Hause. Wie im letzten Blogbericht geschrieben stehen einige Umbauten an. Ich möchte hier gleich sagen; dass was wir hier betreiben, ist unser ganz persönliches Spleening. Der Evo, so wie er von Grabner geliefert wird, ist top. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern oder zu verändern. Das was wir umbauen, ist unsere ganz persönliche Vorstellung von unserem Boot. Man kann es so machen wie wir,  muss es aber bei weitem nicht. Dies sei am Rande angemerkt. Was stand auf unserer letzten to du Liste? Der Gennaker soll in einen Rollgennaker umgebaut werden. Okay diesen Punkt haben wir bei der Segelmacherei Feldhusen in Kiel in Aufttrag gegeben. Ebenso die neue atmungsaktive Abdeckplane. Für Interessierte, die neue Abdeckplane kostet mich ca. 300 Euro. Also auch nicht viel mehr als die von Grabner. Das hat mich schon sehr erstaunt. Der Umbau des Gennakers kostet ca. 250 Euro.

Wobei hier angemerkt sei, der Gennaker Preis,  betrifft nur das Segel. Ich möchte den gleichen Anschlagpunkt wie bei der Tube verwenden. Unsere Überlegung war, genau wie bei der Tube ein zusätzliches Rohr an den Bugsprit zu installieren. Dafür eignet sich aus unserer Sicht am besten ein weiterer Bugsprit von Grabner. So habe ich noch einen Bugsprit bestellt. Dieser lag, wenn ich mich nicht irre bei 296 Euro. So nun haben wir alle Umbaukosten zusammen. Ich sage mal rund 1000 Euro. Hört sich viel an, aber im Vergleich zu einem neuen K4x für 11.000 Euro doch wieder günstig. Dies war ja eine von unseren Überlegungen an dem K4x Testwochenende. Geben wir viel Geld aus für etwas, was wir eigentlich schon besitzen oder geben wir etwas Geld aus und modifizieren wir unseren Kat.

Als weitere Modifikation stand die Travelerschiene an. Hier hieß es erst einmal genau das Gehirn einschalten. Wie sagte Ewald Grabner zu mir, jede kleinste Veränderung will gut überlegt sein !! Das ist bei mir wirklich manchmal so eine Sache. In meiner Euphorie übersehe ich manchmal eine Kleinigkeit und dann passt das Ganze nicht so recht.  Daher habe ich bei diesem Projekt Gabi ganz doll mit eingebunden, damit sie evt. Fehler entdeckt und mich darauf hinweist. Klappt ganz gut.

Zwei Große Bereiche müssen beim setzen einer Travelerschiene bedacht werden. Der eine Bereich gilt unserer Ruderblattaufhängung, die ja direkt auf dem hinteren Beam sitzt, und der Pinne selbst, die zur Zeit durch das Travelerdreieck läuft. Das Problem mit der Pinne hatten wir uns bei dem K4x ganz genau angesehen. Es geht dabei um den Drehpunkt. Es ist dabei egal ob der Pinnenausleger auf einer Schiene eines Doppelruders wie bei den meisten Kat´s sitzt oder wie bei uns zentral auf einem Ruderblatt. Beide Systeme befinden sich in der Neutralstellung mitte Boot. Das war für uns wichtig. Unsere neue Pinne wird etwas kürzer ausfallen als die Jetztige, da sie hinter dem Traveler liegt. Wir verwenden jetzt schon eine Teleskoppinne, so dass der etwas weitere Weg zum Steuermann kein Problem wird. Der einzige Nachteil wird sein, dass wir bei einer Wende, die Pinne jetzt hinter dem Traveler herumführen müssen. Das müssen  die großen Kat´s aber auch und der Vorteil der Travelerschiene überwiegt diesen Nachteil.

Wem dass hier alles zu kompliziert erscheint, es folgen noch Fotos, ich denke, dass man dann versteht was ich meine.

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Die Entscheidung

Aus dem Logbuch:

Gewässer: Ostsee Stralsund

Wind: 2 Bauefort

Max Geschw. 20 km/h

Etmal: 27 km

Bootstyp: Top cat K4x

 

Wieder ein super Sommertag, mehr geht nicht. Wir beginnen den Tag in dem kleinen Caffeè von gestern. Wir sitzen auf der Terasse und genießen unser Frühstück mit einem herrlichen Blick auf die Stadt Stralsund. Ein wenig mehr Wind hätten wir uns schon gewünscht aber was soll´s wir können es zum Glück nicht beeinflussen. Beim Frühstück gehen wir noch einmal unsere Argumentenliste durch. Es gibt Dinge die für den K4x sprechen als auch Dinge die gegen seine Anschaffung sprechen. Es ist wirklich nicht leicht. Segeltechnisch ist der Unterschied zwischen den beiden Booten nicht so sehr groß. Das macht die Entscheidung auch nicht einfacher. Grundsätzlich kann unser Evo mit dem Leistungsspektrum vom K4x mithalten. Sicherlich können unsere Wanten noch etwas Spannung vertragen. Aber wir haben ja noch den heutigen Tag um unser Meinungsbild zu vertiefen.

So geht es erneut auf den Strale-Sund. Gleich zum Anfang, stelle ich fest, dass sich die 40 kg Mehrgewicht zu unserem Evo an Land nicht ganz so leicht bewegen lassen. Den Kat die Rampe runterschieben und rein in das Wasser. Die Startvorbereitungen laufen wie gestern ab. Heute hat allerdings der Wind etwas zu unseren Ungunsten gedreht. So einfach wie gestern kommen wir heute nicht aus dem Hafen raus. Gabi ist schon auf dem Trampolin zu gange während ich noch im Waser stehe. Wir besprechen das Auslaufmanöver. Um genügend Freiraum zur Mole zu bekommen müssen wir nach dem Start gleich eine Halse segeln. Erst danah können wir den Hafen verlassen. Der uns betreuende Segellehrer an Land konnte natürlich nicht wissen was wir abgesprochen haben. Er war leicht erschrocken als wir das Manöver durchzogen, sorry dafür! War nicht unsere Absicht den Puls nach oben zu jagen.

Uns gelang dieses Manöver sehr gut und wir verließen den Hafen ohne Probleme zur zweiten Testfahrt.

Heute war zu wenig Wind und viel zu viel Welle. Die Rümpfe knallten immer wieder auf die Wasseroberfläche anstatt sie zu durchschneiden. das war nicht ganz so schön. Hier im Sund sind sehr viele Angelboote unterwegs. Wir sind wohl zu dicht an einem vorbei gesegelt. Wobei der Abstand bestimmt 200 Meter betrug. Auf dem Wasser kann man Abstände sehr schlecht abschätzen. Plötzlich war helle Aufregung auf dem Angelboot. Wir waren schon längst vorbei. Wir konnten uns die Aufregung erst nicht erklären bis Gabi nach vorne zeigte. Unser Test K4x hatte vorne noch eine einfache Leine quer zwischen beiden Bugspitzen gespannt. Wo zu diese dienen sollte weiß ich nicht. Auf jeden Fall hing dort jetzt ein sogenannter Wobbler mit einem schönen Drillichhaken. Der hätte nicht in unseren Evo stecken dürfen. Puh , wenn ich nur daran denke wird mir anders nach dem Schleierlebnis. Ich war mir nicht bewußt, das die Angler so dicht unter der Wasseroberfläche aggieren. Da muss man echt aufpassen und gehörigen Abstand halten, gerade als Schlauchi! Wieder etwas dazu gelernt.

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Wir gehen fremd

Wie schon in einem vorherigen Bericht angekündigt, haben wir uns in der Segelschule"Sail & Surf Rügen" in Altefähr für ein Wochenende einen Top cat K4x gechartert. Dieser neue Katamaran von Top cat gefällt nicht nur mir sondern auch meiner Vorschoterin.

Hier sieht man ganz gut die Höhe der Rümpfe
Hier sieht man ganz gut die Höhe der Rümpfe

Der Top cat K4x hat die gleichen Abmessungen wie unser Evo ist also ein 15 Fuß Katamaran. Er besitzt einen Hauch mehr an Segelfläche. Allerdings bringt der Top cat mit 115 Kg ca. 40 kg mehr an Gewicht auf die Waage als unser Evo. Vermutlich würden wir für diesen Kat einen Trailer benötigen. Dies bedeutet, dass wir uns im Urlaub zwischen Wohnwagen oder Boot entscheiden müssen. Zur Zeit geht beides, ohne zweimal fahren zu müssen. Ein Dachtransport scheidet aus. Es wird zwar von der Firma Top cat beworben, aber das ist auch schon alles. Ich persönlich halte dies auch eher für einen Werbegag. Im Internet findet man nur ein einziges Foto, wie sich zwei Leute quälen einen Rumpf auf ein Autodach zu wuchten. Alle Kanu und Kajakfahrer wissen wovon ich spreche, wenn man nur 25 kg mit 4 bis 5 Meter Länge auf sein Autodach wuchten muss. Auf dem Foto sieht man auch wie groß so ein Rumpf ist. Wenn man etwas nachrechnet kommt man auf ein Rumpfgewicht pro Rumpf von 40 kg, auch nicht wenig. Auf dem Wasser wirken sie immer so filigran. Top cat bietet auch keinerlei Halterungen für einen ordentlichen Dachtransport an. So würde es bei einem Trailer bleiben.

Aber dafür hat er andere Qualitäten. Uns gefällt zum Beispiel das moderne Design mit den Wave percer Rümpfen. Ja, ich weiß, das hat unser Evo auch! Aber diese Rumpfform ist bei den Festrumpfkatamaranen noch nicht so verbreitet. Man kann zum Beispiel auch keinen Platten bekommen und untergehen, siehe hierzu Erlebnis Schlei.

Das Rigg ist steifer. Man benötigt kein Werkzeug für den Aufbau.

Ich kann den Top cat alleine aufrichten, da er nicht gleich durchkentert.

Er hat einen Rollgennaker!

Gabi kann auch in das Trapez gehen, wenn wir nicht soviel Winddruck im Segel haben. Wir können nicht nach Luv kentern. Das ist auch nicht schlecht. Hier zahlen sich die 115 Kg Bootsgewicht aus.

Dies waren so für uns die wichtigsten Punkte, die uns dazu bewegt haben mit dem Gadanken an einen Wechsel zu spielen.

Natürlich spielt der Preis auch eine Rolle.

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Messebericht 2018

Grabner Messestand in der Katamaranhalle
Grabner Messestand in der Katamaranhalle

Liebe Leser,

bevor es mit den Blogberichten aus dem Jahr 2017 weiter geht, möchte ich einen aktuellen Messebericht von der "Boot Düsseldorf "2018

einschieben.

Im letzten Jahr war der Bericht recht einseitig auf die Firma Grabner und den Gennaker ausgerichtet. Dieses Jahr möchte ich einen kleinen Marktüberblick liefern, für alle Diejenigen die nicht zur Messe kommen konnten.

Es ist spannend, was sich so alles auf unserem Sektor der Kleinboote bewegt. Ich versuche neutral zu berichten , wobei mir dies  bei einem Produkt nicht ganz gelingen will. Mein Freund Curt und ich waren gleich am Eröffnungssamstag vor Ort und  angenehm überrascht, dass es nicht ganz so voll war wie wir vermutet hatten. So kamen wir bequem an jeden Ausstellerstand und die Aussteller hatten richtig Zeit für Gespräche. Besonders nett in Erinnerung ist mir der Herr der Firma Klepper-Faltboote geblieben. Aber der Reihe nach.

Für meinen Evo selbst wurde dieses Jahr auf der Messe nichts benötigt. Alle Maßnahmen sind in Arbeit und werden gerade umgesetzt. Die Berichte folgen in den laufenden Wochen.

Ein Kajak voller Elektronik fehlt nur noch das Radar
Ein Kajak voller Elektronik fehlt nur noch das Radar

Ich werde in diesem Bericht etwas mehr Fotos einsetzen. Ich finde, dass Bilder doch einiges besser ausdrücken können, als eine Beschreibung. Was mir als aller erstes aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die Elektronik bei uns im Bereich der Kleinboote Einzug gehalten hat. Ein schönes Beispiel seht ihr im neben stehenden Bild. Es handelt sich um ein Luftkajak vermutlich von der Firma Alroundmarin. Es besitzt nicht nur einen Elektromotor, sondern hat auch noch ein Echolot und Fischfinder an Bord. Mehr geht bald nicht in  einem so kleinen Boot. Sehr spannend finde ich die Schraube. Es handelt sich dabei um einen so genannten Schottelantrieb. In der Regel findet man diesen Schraubentyp bei den Hamburger Hafenschleppern oder den Hochseeschleppern. Ein sehr leistungsstarker Antrieb. Die ganze Düse lässt sich drehen und so erreicht man auch die Steuerwirkung. Man benötigt kein Ruderblatt mehr. Von oben berachtet vollkommen unauffällig. Weniger unauffällig ist das Echolot mit dem Fischfinder. Klar, dieses Kajak soll die Angler ansprechen. Ich fand nur diese Überlegungen und deren Umsetzung recht genial. Man mag dazu stehen wie man will, aber das macht ja gerade eine Messe aus.

Klepper Faltboot hochgerüstet
Klepper Faltboot hochgerüstet

Das zweite Kajak, welches in dieser Hinsicht meine Aufmerksamkeit erregte, kommt aus dem Hause Klepper. Da wir früher selbst ein Klepper Faltboot besaßen, war es spannend zu sehen, was sich hier getan hat. Natürlich fiel sofort die neue Besegelung auf. Es gibt jetzt Wanten und eine Rollfock. Das war damals alles recht einfach gehalten. Heute laufen alle Schoten und Zugleinen auf einer Art Mittelcokpit vor dem Steuermann zusammen. Ob sich die Seitenschwerter verändert haben vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall ist man dem Prinzip Seitenschwerter treu geblieben. Nicht sofort ersichtlich ist, wenn man von schräg vorne sich das Boot anschaut, der eingebaute Elektroaußenborder. Hier hat Klepper sich richtig Gedanken gemacht. Es geht schon damit los, dass der Motor samt Propeller extra für Klepper konstruiert wurde. Man wollte von Klepper aus ein optimales Produkt für sein Boot bekommen. Weiterhin ist die Halterung des Außenborders nicht alltäglich. Er sitzt nämlich genau zwischen zwei Ruderblättern. Das ganz Besondere an dieser Konstruktion ist, dass man den Motor über einen Seilzug hochziehen und kippen kann. Sprich, wenn ich in in einer Flachwasserzone den Motor schützen möchte aber noch Ruderwirkung benötige, kann ich den Motor alleine Hochklappen. Es ist auch vorgesehen, dass sowohl die Ruderanlage samt dem Motor hochzuklappen ist. Also genau das, was Paddler in flachen Gewäsern benötigen. Die Steuereinrichtung vom E-Motor befindet sich unterhalb von dem Querbalken. Das Bedienfeld kennt man von einem E-Bike her. Das Akkupack befindet sich hinter dem Steuermann. Es ist recht flach gehalten, so dass man auch noch bequem einen Packsack dort verstauen kann. Die ganze Anlage ist weitgehend Wassergeschützt aber eben nicht 100% Wasserdicht. Wobei der nette Herr von Klepper meinte, dass das System auch schon eine Eskimorolle überstanden hat. Die Stromversorgung wird für längere Fahrten über das am Heck angebrachte Solarpanel erweitert. Das hier gezeigte Modell ist faltbar. Irgendwie passend zum Faltboot. Hier folgen jetzt einige Bilder, dann kann man vielleicht meine Ausführungen besser verstehen.

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Der Gennaker lässt sich kaum bergen

Mir fällt es selber auf, dieses Jahr drehen sich viele Blogberichte um das Gennakersegeln. Es ist aber auch etwas Besonderes und hat so seine Tücken. Weiterhin ist es für uns Neuland und daher müssen wir viel ausprobieren, um zu lernen was gut funktioniert oder was man lieber bleiben lässt. Ich selber empfinde es immer als sehr angenehm, wenn mich ein Segler an seinen Erfahrungen teilhaben lässt. Manches kann man bestätigen, manches halt nicht. Dafür hat man aber so eine Art Richtschnur und das gefällt mir persönlich ganz gut. So auch heute, wie die Überschrift schon vermuten lässt läuft heute nicht alles reibungslos. Wir hatten sogar sehr viel Reibung wie Ihr gleich lesen dürft. Zuerst werfen wir einen Blick in das Logbuch, um uns mit den äußeren Bedingeungen vertraut zu machen.

Aus dem Logbuch:

Wind 3 Beaufort in Böen gute 4 Beaufort

Max. Geschw. 25 km / h

Etmal 20 Kilometer

Unsere letzten Fahrten unter Gennaker hatten wir auf der Schlei bei etwas weniger Wind unternommen. Heute wollen wir mal sehen wie es mit etwas mehr Wind geht. Wie verhält sich unser Evo und können wir den Gennaker rechtzeitig bergen?

Meine Crew hat sich heute frei genommen und so begleitet mich mein Freund Curt als Vorschoter. Curt und ich sind ja auch schon ein gut eingespieltes Team und haben beide genügend Segelerfahrung, um mit diesen Bedingungen unter Gennaker klar zu kommen.

Wie bei jeder Tour, bei Der wir planen den Gennaker zu setzen, führen wir einen Testaufbau an Land durch.

Hier an Land können wir eine nicht richtig geschorene Leine noch gut neu verlegen. Ist man erst einmal auf dem Wasser, wird es sehr schwierig.

So ziehen wir den Gennaker an Land hoch und überprüfen alle Leinen und bergen ihn auch wieder in die Tube. Hier läuft alles so wie es sein soll. Prima, dann kann es ja losgehen.

Rein in die Trockenanzüge und den Evo ins Wasser geschoben. Ich halte den Evo gegen den Wind während Curt den Bootswagen ans Ufer zurück bringt.

Nachdem Curt wieder da ist, begibt er sich auf das Trampolin und bereitet alles für den Start vor. Dies bedeutet im Einzelnen:

Cunningham durchsetzen, damit das Großsegel flach gefahren werden kann.

Das Mittelschwert einfach fallen lassen , noch nicht durchsetzen. Ist noch zu flach.

Die Großschot in die Lochplatte am Segel einhängen, heute im letzen Loch

Pinne übernehmen und Ruderblatt fallen lassen, auch dies kann noch nicht durchgesetzt werden, da die Wassertiefe noch nicht ausreichend ist.

Curt gibt mir das Okay und dies bedeutet für mich, dass ich den Evo im Wasser stehend in den Wind drehe und mich dann auf das Trampolin wuchte.

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