Montag

Wanderfahrt Stettiner Haff

Unser Start vom Wassersport Camp am Peenestrom
Unser Start vom Wassersport Camp am Peenestrom

 

Montag 05:30 hieß es für uns aufstehen. Ich benötige morgens noch einen Kaffee und zumindest etwas in den Magen sonst kann ich den Tag vergessen. Nach einem kleinen Frühstück hieß es dann für uns den Katamaran packen. Zelt und unsere Schlafsäcke sowie der Kleidersack gingen in das Begleitfahrzeug, welches von Michael Hahn gefahren wurde. Dies war ganz angenehm, so hatten wir etwas mehr Platz auf dem Trampolin. Wir hatten einen Sack mit Reserve Klamotten dabei  sowie einen Sack mit Anker und Schlepp-Leine. Weiterhin eine Tasche mit Getränken Müsliriegeln und Werkzeug. Diese ganzen Taschen kamen bei uns vor den Mast auf das Gepäcktrampolin. Das war für uns ganz angenehm so war unser Haupttrampolin frei.

 

 

Punkt 07:00 h waren wir auf dem Wasser. Wind gute untere 4 Bouefort aus SW, so dass wir prima die Zecheriner Brücke anliegen konnten. Michael war deutlich seine Skepsis gegenüber unserer Gummiente anzumerken, obwohl er vom letzten Jahr her wusste was der Grabner Happy Cat Vision leisten kann, und nun waren wir hier mit dem neuesten Kat von Grabner, dem Evolution. Ich finde es klasse, dass Michael soviel Vertrauen trotz seiner Skepsis in uns hatte. Er fühlte sich als Veranstalter ja verantwortlich uns gegenüber.

 

 

 

Bei schwerer See musste der Bugsprit mit dem Beam verbunden werden
Bei schwerer See musste der Bugsprit mit dem Beam verbunden werden

 

Noch nervöser wurde Michael als wir erst genau in die entgegengesetzte Richtung segelten. Dies war aber für uns erforderlich um einem Fischernetz auszuweichen. Diese Netze sollten im Laufe dieser Tour noch so manche Rolle spielen. Nun ging es in flotter Fahrt  Richtung Lassan. Diesen Ort haben wir in echter Rauschefahrt passiert. Hinter Lassan mussten wir nach ssw also rechts abbiegen und in diesem Sektor des Achterwassers nahm der Wind auf eine gute 4 Boufort in Böen sogar 5 Boufort zu. Wir hatten eine kurze Hackwelle genau auf den Kopf. Plötzlich gab es einen Knall und wir konnten diesen erst gar nicht zuordnen, Schwert und Ruder waren in Position, alle Wanten dort wo sie sein sollten. Frage, was war das? Bis mein Blick auf den allerersten Beam viel, wo der Bugsprit mit einem komischen Band mit Plastikschnalle mit dem Beam verbunden ist. Diese Konstruktion war mir schon beim Vison suspekt. Dort hatte ich die Verbindung nochmals mit einem Strick gesichert. Hier habe ich darauf verzichtet, da ich den Bugsprit mit dem Fockfall extrem nach oben gespannt hatte. Ich war der Auffassung, dass dies reichen müsste. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Durch die Wellen ist immer noch Bewegung in der Geschichte, und die Kunststoffschnalle kann diesen Belastungen nicht Stand halten. Somit mussten wir erst einmal beidrehen, was bei diesem Wellengang und dem Wind eine echte Herausforderung war. Curt musste auf das vordere Trampolin turnen und konnte mit Hilfe einer akrobatischen Einlage und eines Notstricks den Bugspriet mit dem ersten Beam verbinden und sichern. Bei dieser Aktion waren wir ganz froh, dass wir unsere Trockenanzüge anhatten.

 

 

Es war ja erst 08:00 Uhr und der Wind nicht wirklich warm und wir hatten ordentlich Spritzwasser. Nach dieser Aktion konnten wir unsere Fahrt wieder aufnehmen. Nach einigen Kreuzschlägen kam die Zecheriner-Brücke in Sicht und ich konnte einen Probelanlauf fahren, um zu sehen ob wir bei diesem Wind, und der Richtung, aus der er kam, nur mit Segel gut durch die Brücke kommen. Wir hatten dabei gar nicht auf die Uhr geschaut und waren überrascht, dass plötzlich die Brücke sich öffnete. Kurz überlegt ob wir durchfahren, aber es war noch kein anderer Kat zu sehen und somit entschieden wir uns auf die Anderen zu warten und den Brückenzug  11:45 mit den anderen Kats gemeinsam zu nehmen. Sonst hätten sie sich vielleicht Sorgen gemacht wo wir abgeblieben sind. Also sind wir vor Anker gegangen und haben gewartet. Nach und nach kamen dann auch unsere anderen Katamarane an. Leider hielt der Anker nicht, so dass wir auch wie die großen Kats in das Schilf segeln mussten und uns an einem Schilfbündel fest gemacht haben. Für die Naturschützer sei gesagt, dass wir uns ein Schilfbündel gegriffen haben und eine Leine um das Bündel gelegt haben. So trieben wir vor dem Schilfgürtel. Dem Schilf hat dies nichts ausgemacht es ist unheimlich stabil So konnten wir uns aus den Trockenanzügen pellen und die Sonne auf dem Trampolin genießen. Kurz vor 11:45 haben wir uns vom Schilf befreit und sind in die Startposition gegangen. Leider konnte man von unserer Position aus die Lichter, die die Durchfahrt regeln, nicht erkennen. So mussten wir uns an den Dickschiffen, sprich größeren Segelbooten, orientieren. Wir Katamarane mussten als letzte durch, da wir ja nicht bremsen können, zumindest nicht so gut. Wir waren der letzte Kat in unserer Flotte, und ab ging es durch die Brücke ohne Probleme. Danach schossen alle Katamarane einschießlich unserer Gummiente an den Dickschiffen vorbei. Da sieht man erst einmal wie schnell wir sind. Unser nächster Navigatorischer Anlaufpunkt war die alte Eisenbahnbrücke von Anklam, die als Ruine mitten im Peene Strom steht. Hier hatte Michael uns besonders gewarnt ja nicht vom Tonnenstrich abzuweichen, da wir sofort auflaufen würden und sich Stahlstreben im Wasser befinden. Dies wäre naturgemäß tödlich für unser Boot.

 

Gesprengte Eisenbahnbrücke von Anklam
Gesprengte Eisenbahnbrücke von Anklam

 

Beim Passieren der Brücke konnten wir gut sehen was Michael meinte. Das Wasser war so klar das wir die Stahlstreben erkennen konnten. Nun zogen die großen Tiger Kats davon nur der Top Cat war für uns sichtbar. Curt und ich hatten am Tag zuvor bei Michael auf die Seekarte schauen können und uns grob die navigatorischen Eckdaten gemerkt. Der nächste Ansteuerungspunkt für uns war die Ansteuerungstonne des Peenefahrwassers. Dort mussten wir nach Backbord (links) abbiegen und dann vor dem Wind auf Kamminke zu segeln. Curt und ich hatten den Nachteil, dass wir diese Tour zum ersten Mal fuhren und das Stettiner Haff, auch Oderhaff genannt, nicht kannten. Alle anderen Teilnehmer der Tour kannten dieses Gewässer. Grob hatte ich die Daten in meinem Garmin Navi hinterlegt, nur konnte ich es auf Grund schwächelnder Akkus nicht konstant laufen lassen. Kurz kam der Kat mit unserem Tour Guide zu uns und rief uns zu wir sollten nach einem Turm Ausschau halten. OK, dachten wir, dass ist ja noch eine gute Info. Zu unserem Glück hatten wir den Top cat immer in Sicht, und so wussten wir wo wir anlanden mussten. Was wir nicht gesehen haben war ein Turm, den gab es dort auch nicht. Keine Ahnung was Frank unser Tour Guide  da meinte.

 

 

 

Kurz vor Kamminke Strand, wir sind gerade in einem Wellental
Kurz vor Kamminke Strand, wir sind gerade in einem Wellental

 

Wir sind ca. 15 Minuten nach dem letzten großen Katamaran in Kamminke angekommen. Nach diesem Tag waren wir von den Festrumpfkatseglern voll anerkannt. Diese Leistung, in der Zeit hätte keiner diesem kleinen Katermaran zugetraut. Liebevoll wurden wir von unseren Mitseglern „Schlauchis" genannt und alle zollten uns Respekt für diese Leistung. Nun war aber noch nicht Feierabend für uns. Genau an diesem Strandabschnitt hatte sich gerade ein Filmteam eingerichtet und wollte gleich Szenen drehen, in denen wir natürlich nicht vorkommen sollten.( Der Usedom Krimi) Somit hat man uns gebeten unsere Kats zu verlegen. Zum Glück ging dies und wir treidelten unsere Kats ca.500 Meter am kleinen Strand entlang und zogen sie so hoch es ging ans Ufer. Sicherheitshalber banden wir unsere Boote noch an den Bäumen fest falls der Wasserstand steigen sollte. Wer wollte konnte sich der Filmcrew als Nacktbadegast zur Verfügung stellen. Komisch, keiner von uns wollte.

 

Am Strand von Kamminke
Am Strand von Kamminke

 

Wir verholten uns lieber in das kleine Lokal direkt am Hafen und genossen Bier ( war für einige hier das Grundnahrungsmittel) den Kaffee und tolle Fischbrötchen bei einem herrlichen Blick auf das Haff.

 

Unsere heutige Etappe war gut 40 km lang und wir waren gut 8 Stunden auf dem Boot, davon allerdings zwei Stunden Wartezeit vor der Brücke.

 

 

 

Zum Abend gab es ein offenes Buffet. Hier habe ich mich an frischer Buttermakrele übergessen und entsprechend war die Nacht.

Ach so, so wie wir übernachtet haben direkt am Strand ist sonst nicht erlaubt. Dies ging nur dank der Organisation durch das Wasssersport Camp. Dies bitte ich zu beachten. Kamminke hat zwar einen Campingplatz aber dieser liegt oben an der Steilküste. Allerdings hat Kamminke einen kleinen Hafen wo man sicherlich mit dem Hafenmeister sprechen kann.

 

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