Powersegeln am Garda See

Das nebenstehende Bild gibt schon mal wieder was Norbert und ich unserem Evo abverlangt haben. Ich kann sagen es war bis heute die härteste Fahrt, welche ich meinem Evo zugemutet habe. Es war einfach nur genial.

Aber zum Anfang der Geschichte. Wie ist es überhaupt zu dieser tollen Fahrt gekommen. Norbert besitzt auch einen Schlauchkatamaran, allerdings von einem Mitbewerber der Firma Grabner. Klar ist, dass man während eines 14 tägigen Urlaubs auf dem gleichen Campingplatz irgendwann ins Gespräch kommt. Dabei kristallisierte sich langsam heraus, dass Norbert mit seinem Kat, den er schon etliche Jahre segelt, im Moment etwas hadert. Es treten bei seinem Boot immer wiederkehrende Probleme auf, die zum Teil auch nicht mal eben zu beheben sind. So ganz langsam nagt das an seinem Verhältnis zu seinem Boot. So kam es, dass Norbert sich doch recht intensiv über unsere Erfahrungen mit unserem Boot erkundigte. Bei dem Gespräch kam auch zu Tage, dass Norbert und seine Frau auch noch einen Festrumpfkatamaran zuhause liegen haben. Leider wird Dieser einfach zu wenig genutzt gestanden mir beide.

Da wir mit unserem Evo auf dem Platz waren und unsere Bekannten Ralf und Rike mit ihrem Neo ebenfalls, konnte Norbert beide Boote testen und einen Vergleich zwischen unseren beiden Booten und seinem  Boot ziehen.

Los ging es mit einem Ausflug mit dem Neo. Hier muß man aber sagen, dass an dem Tag etwas weniger Wind herrschte. Zusätzlich forderten zwei große Kerle auf dem Trampolin vom Neo diesen ganz schön. Aber es wurde eine ordentliche Segeltour.

Heute waren die Segelbedingungen einfach perfekt. Die Luft war warm, das Wasser hatte gut 21 °C , der Himmel war mit Schönwetter-Wolken behangen und der Wind blies mit 4 bis 5 Windstärken. So war es abgemacht, dass wir heute zusammen das Testsegeln angehen.

Da Norbert ja schon reichlich Segelerfahrung hat , hatte ich kein Problem damit ihm heute gleich die Pinne zu übergeben und mich selbst als Vorschoter zu üben.  Das mit dem Vorschoter ging schon gleich nach dem Verlassen des Hafens schief. Mir fiel ein Segelhandschuh über Bord. Schnell leitete Norbert ein Handschuh über Bord-Manöver ein. Doch die Wellen von gut einem Meter  Höhe verhinderten, dass wir an den Hanschuh heran kamen. Beim zweiten Anlauf verließen meinen Handschuh die Kräfte und er ging unter.

Also gut muß es eben mit nur einen Handschuh gehen. Über die 14 Tage haben Norbert und ich uns an die Wellen gewöhnt, wir nehmen wieder Fahrt auf und segeln auf den See hinaus. Das schöne hier am Gardasee ist, dass der Wind super gleichmäßig weht. Norbert holt die Großschot dicht und wir haben soviel Druck im Segel, dass ich mich locker in das Trapez begeben kann. Ich genieße die rasante Fahrt, wir schießen förmlich über die Wellen. Norbert als Steuermann hat es nicht ganz so gut. Bei dem ganzen Wasser, das wir übernehmen, kann er kaum etwas sehen.

Bei diesem Wellengang macht sich die aufwendige Konstruktion unserer Rümpfe bezahlt. Bei der Geschwindigkeit , der Höhe der Wellen und vor allem bei dem Wellenabstand würden wir mit einem Festrumpfkatamaran recht schnell einen Stecker fahren. Mit uns sind noch Topcats der Größe K1 auf dem See. Sie werden uns einfach nicht los und das nervt sie schon ganz ordentlich. Sie können aber ihre Größe aufgrund den Wellen nicht ausspielen. Sie werden mit jedem Eintauchen in die Wellen voll ausgebremst. Norbert bekommt das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Die Wenden bekommen wir erstaunlicherweise bei diesem Wellengang recht gut hin. Ich kann Norbert als Vorschoter insoweit unterstützen, das ich die Fock solange back halte bis er sich hinten mit seinem Leinensalat sortiert hat. Hin und wieder haut das überkommende Wasser die Großschot außenbords. So können wir auch etwas verschnaufen bevor wir den nächsten wilden Ritt in Angriff nehmen. Es ist das härteste was ich bis heute meinem Evo zugemutet habe, aber was soll ich sagen das Material hält. In diesem Winter habe ich mir genauestens die Maststrukturen angesehen, es sieht alles wie am ersten Tag aus!

Also Fock wieder durchgeholt mich ins Trapez eingehakt, Norbert holt die Großschot dicht und der Evo schießt dahin. Ich merke am Druck vom Mast, wann ich raus in das Trapez kann. Ich hatte während dieser Segetour eine Aktion Cam mitlaufen. Das Ergebnis seht ihr im folgendem Video.

Ich denke das Video gibt alles wieder,was für mich das Katamaransegeln ausmacht. Ich bin immer wieder ertstaunt, dass man auf diese Art mit einem Schlauchkatamaran segeln kann. Nach gut zwei Stunden wurde es Zeit den Rückweg anzutreten. Norberts Fazit war recht eindeutig nach dem heutigen Tag. Der Grabner Neo ist vom Potential her vergleichbar mit seinem jetztigen Schlauchkatamaran von einem Mitbewerber. Der Evo segelt wie ein richtiger Katamaran und ist durchaus vergleichbar mit seinem Festrumpfkatamaran. Es ist genau das was er eigentlich sucht. So benötigt er keine zwei Boote mehr. Er wird seinen Festrümpfer verkaufen und auf das neueste Model von Grabner dem Hurricane umsteigen. Da seine Gattin ebenfalls, wie meine Frau, eine begeisterte Seglerin ist, gibt es hier auch keine Probleme.

So war dieser Segeltag rundum gelungen, es wurde das Maximum aus dem Evo herausgeholt. Norbert konnte für sich eine klare Entscheidung treffen, und wir haben ein super Video vor traumhafter Kulisse.

Der einzige Komentar von meiner Vorschoterin lautete, nach dem sie die Videoaufzeichnungen gesehen hatte; "Und warum segeln wir nicht so"?

" Mein Schatz das hole ich nach, versprochen "!

Nun haben wir gemeinsam das Segeljahr 2018 bestritten und die Saison 2019 steht vor der Tür. Wie auch die Jahre vorher wird es jetz ruhig in unserem Blog. Ab Oktober geht es hoffentlich mit neuen Geschichten und kleinen Abenteuern weiter. Bis dahin Euch allen liebe Leser Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Gabi und Carsten

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Kommentare: 5
  • #1

    bikerreini (Dienstag, 07 Mai 2019 14:22)

    hallo Carsten und Gabi

    Gratulation zu diesem gelungenen
    Segelvideo, zum Glück hattest Du die Actioncam mit an Bord und kannst Dich damit für immer an diesen "Höllenritt" erfreuen :-)
    Es herrschte ja an diesem Tag perfekte Segelbedingungen und wenn man so über die Wellen "fliegt" ist dass ein wunderbares Gefühl,
    überhaupt wenn man im Trapez hängt,
    es macht schon beim ansehen Lust auf die kommende Saison.
    Ich bin heuer wieder beim Happycat Treffen am Traunsee mit dabei, vielleicht sehen wir uns dort einmal, würde mich sehr freuen.
    ich wünsche Euch
    tolle Segelabenteuer.
    freundlichen Segel Gruß
    Reini


  • #2

    Carsten sagt (Mittwoch, 08 Mai 2019 00:54)

    Moin Reini,
    ja mit dem Traun See ist das so eine Sache bei uns, dass ist einfach zu weit im Süden für uns. Die 1000 km auf der BAB machen keinen Spaß. Du hast es ja nicht ganz soweit wie wir!
    Aber danke für Deinen Komentar, wir freuen uns immer wieder wenn wir feed back bekommen. Dir viel Vergnügen in der Saison 2019.
    Gruß Carsten

  • #3

    bikerreini (Mittwoch, 08 Mai 2019 09:42)

    hallo Carsten und Gabi

    ja dass verstehe ich mit der weiten Anreise und Heimfahrt.
    ich verbinde das Seglertreffen gleich mit Urlaub, ich reise einige Tage früher an und bleib dann noch über das Wochenende im schönen Salzkammergut.

    Vielleicht bist Du nächstes Jahr wieder am Gadasee,... da könnten wir uns mal was ausmachen :-)
    da möchte ich wieder mal hin.

    darf ich Dich fragen auf welchen Campingplatz Ihr da gewesen seit?

    was ich Dir/Euch noch mitteilen möchte,... ich lese mit Begeisterung Deinen Blog und Deine Erfahrungen
    mit uns zu teilen finde ich großartig.

    freundlichen Segelergruß Reini

  • #4

    Carsten sagt (Donnerstag, 09 Mai 2019 00:19)

    Hi Reini,
    der Campingplatz heißt Tourbole ein kleiner Ort direkt neben Riva del Garda. Wir haben Segeln und Mountain biken miteinander verbunden. War echt super.

    Es freut uns sehr, dass es Dir freude bereitet unsere kleinen berichte zu lesen.
    Danke für die schöne Rückmeldung!!!


  • #5

    bikerreini (Freitag, 10 Mai 2019 03:43)

    hallo Carsten und Gabi

    danke für die Info

    ich war schon einmal in Riva del Garda,... (durchgefahren)
    habe es mir auf der Karte angesehen,... den Campingplatz kannte ich aber noch nicht,... werden wir uns nächstes Jahr ansehen.
    ich war in Malcesine und in Limone del Garda,... dass ist etwas weiter südlich,... allerdings hatte ich da noch nicht meinen EVO ;-)

    ich gebe Dir meine
    e mail Adresse
    biker.reini@gmx.net
    falls Ihr wieder einmal zum Gadasee
    fahrt,...

    freundlichen Segelergruß Reini