Vergleich zwischen Vison und EVO / Hurricane

Zwei Generationen Happy cat Katamarane
Zwei Generationen Happy cat Katamarane

Liebe Leser, ich bekomme die Rückmeldung über verschiedene Wege, dass man gerne den Vison und den EVO sowie den Hurricane vergleichen möchte.

Ich habe mit dem Blogbericht Nummer 33 ja schon einen kurzes Statement im direkten Vergleich abgegeben. Sehe aber durch die Gespräche und Anfragen Bedarf für einen etwas tiefer greifenden Blogbericht.

Im Moment kann ich aus persönlicher Erfahrung nur vom Vision und dem Evo berichten. Ich vermute, dass der Hurricane  aber in die gleiche Richtung geht wie der Evo.

Es gibt ja viele Punkte die bei der Anschaffung eines neuen oder gebrauchten Bootes eine Rolle spielen.Ganz oben stehen bei uns Schlauchseglern die Themen Transport, und Wintereinlagerung auf der Tagesordnung. Der Unterschied der Transportmaße und vor allem das Gewicht der einzelnen Packstücke ist vom Vision zum Evo nicht sehr groß. Der Hurricane bringt in etwa 10 kg mehr Gewicht auf die Waage. Also da muss man schon mal schauen ob die Rümpfe noch in den Bettkasten passen. Dies sind wirklich die ersten Überlegungen neben dem Preis, die man anstellen sollte. Der Preis ist sicherlich für viele die noch gar keine Erfahrung mit dem Segeln haben ein wichtiger Punkt. Sicherlich ist der Vision zur Zeit der Günstigste. Er ist trotzdem sein Geld wert, wenn man sich für ihn entscheiden sollte.

Im Anschluß an diese Kriterien sollte man sich überlegen wie man das neue Boot nutzen möchte. Segelt man viel alleine, segelt man eher gemütlich oder ist man doch eher sportlicher unterwegs. Soll die ganze vierköpfige Familie mit und möchte man evt. sogar eine Wandertour unternehmen. Dies sind Punkte die man für sich im groben schon abstecken sollte. Die drei Katamarane von Grabner haben einen sehr unterschiedlichen Charakter!

Wenn Ihr diesen Blog schon länger verfolgt wisst Ihr, liebe Leser, dass Gabi und ich zur sportlichen Fraktion gehören. Mein Freund Curt hingegen segelt sehr viel alleine und ist vom Körpergewicht auch nicht all zu schwer, er segelt seit Jahren den Vision. Somit sollte hier die nächste Entscheidung fallen.

Ich weiß es nervt , wenn man sich dauernd entscheiden soll, aber ihr wollt ja zu einem Ergebnis gelangen und dies gelingt in meinen Augen nur, wenn man klar definiert was man möchte!

Die größten Veränderungen vom Vision zum Evo waren natürliich die Rümpfe, der Mast samt Mastfuß, die Schwerter sowie ein neuer Traveler.

Der Vision ca 20 km/h verdrängt gut Wasser
Der Vision ca 20 km/h verdrängt gut Wasser

Die Rümpfe des Vision sind eher als Verdränger-Rümpfe konstruiert. Sie entsprechen eher der traditionellen Rumpfform. Das hat allerdings einen kleinen Nachteil. Es sieht super spektakulär aus, wie man links im nebenstehenden Bild sehen kann, wenn die Gischt nach allen Seiten wegspritzt. Kostet allerdings Geschwindigkeit. Dafür liegt der Vision gerade für leichte Solosegler ( alles unter 80 kg) sehr stabil im Wasser. Der Vision mag es nicht sehr gerne wenn zuviel Gewicht vorne Richtung Mast verlagert wird. Wir Sitzen wenn wir mit dem Vision segeln immer soweit hinten wie möglich. Damit die Rümpfe vorne nicht so leicht unterschneiden. Dies hatte man bei der Firma Grabner erkannt und sehr aufwendig mit Schlepptankversuchen die neue Rumpfform vom Evo, Neo und Hurricane entwickelt. Das Verhalten dieser Rümpfe im Wasser ist völlig anders als bei dem alten Vision.

Trotz über 1 Meter Welle gleiten wir mit dem Evo fast über die Welle
Trotz über 1 Meter Welle gleiten wir mit dem Evo fast über die Welle

Eigentlich denkt man wenn man sich die Rumpfform so an Land anschaut, dass die Rümpfe durch die Wellen schneiden müssen. Das Tun sie auch so ab ca 50 cm Welle aber der Clou ist, dass die Rümpfe vorne leicht nach oben gebogen sind. Dieses kleine Detail lässt den Evo und seine Nachfolger erheblich besser und schneller über den See gleiten als den Vision. Bei richtig hohen Wellen und maximal Speed wie im Gardasee Video zu sehen verhalten sich die Rümpfe wie bei den großen Volvo Ocean Racern. Für nicht Eingeweihte, dies sind große 60 Fuß Rennsegelyachten die um die Welt jagen. Sie gleiten eher über die Wellen als das sie sich in die Welle bohren. Das macht sie so schnell. Allerdings macht dieses Verhalten das Segeln alleine auf dem Evo etwas anspruchsvoller als auf dem Vision. Gerade wenn man unter 80 kg wiegt merkt man den Unterschied in der Agilität der beiden Boote deutlich. Der Vision ist dann etwas träger.

Der Mastfuß beim Vision ist recht einfach gehalten, macht aber das Stellen des Mastes, gerade wenn man alleine unterwegs ist,  nicht leicht. Ein kleiner runder Dorn muss im ersten Beam in ein Loch buxiert werden. Mit einem kleinen Trick geht es ganz gut, ist aber eben besser zu lösen.

Hier kurz für Interessierte der kleine Trick. Man steckt den Mast zusammen und baut auch alle Leinen und Wanten an. Nun muss der Mastfuß mit dem besagten Dorn über den ersten Beam schauen. Man selbst geht nach hinten und hebt den Mast an. Das macht man soweit ( man geht dabei immer weiter vor) bis der Mast über den Beam kippt und der Mast Fuß vor dem Beam auf dem Rasen steht. Nun kann der Mastfuß fürs Erste nicht verrutschen. Man hat jetzt auch etwas Zeit die Leinen und Wanten, die sich um den Hals gelegt haben, zu entfernen und zu klarieren. Viele werden feststellen, dass der Mast zwar leicht ist aber 6 Meter Länge ein ganz schönes Eigenleben führen können. Es geht weiter voran und wir stehen mittlerweile auf dem Trampolin und der Mast fast senkrecht vor uns. Nochmals alle Leinen klarieren und wir holen den Mastfuß jetzt direkt vor den Beam und schnaufen durch. Klar im Moment schlackern die Wanten noch hin und her. Die Firma Grabner hat so viel Spiel in den Wanten gelassen, das es jetzt möglich ist den Mast senkrecht zu heben und den Dorn in das kleine Loch zu stecken. Schon steht der Mast, aber Achtung noch nicht los lassen. Man suche sich das Vorstag und ergreife es. Es ist das Seil mit dem Gummizug vorne. Erst wenn ich Dieses habe und nach vorne das Trampolin verlasse und das Vorstag immer unter Zug halte bleibt mein Mast stehen. Vorstag in den Bugsprit einhaken und fertig. Natürlich stellt sich der Mast zu zweit wesentlich einfacher, aber man kann es eben auch alleine!!

Das dieser kleine Nippel mit dem Loch nicht die Ideallösung ist hat auch Firma Grabner erkannt und dem Evo ein stabiles Kunststoffscharnier verpasst. Das funktioniert wirklich perfekt und hält wirklich unseren Belastungen stand. Grabner hat auch den Mast neu konstruiert. Der Mast vom Evo ist um einiges stärker als der Mast vom Vision. Dies ermöglicht es uns mit 50 bis 75 kg bei entsprechenden Winden Trapez zu segeln. Das ist definitiv mit dem Mast vom Vision nicht möglich. Dafür ist er einfach nicht konstruiert. Hier muss man also wieder für sich schauen, was möchte ich mit meinem Segelkatamaran machen. Der Vision besitzt ein aus Bootsbausperrholz hergestelltes Ruderblatt und Schwert. Dagegen ist eigentlich wenig zu sagen, bei meinem Freund und auch bei uns gab es wenig Probleme mit den Beiden. Man sollte nur mal im Winter die angestoßenen Stellen neu lackieren, damit das Holz weiter geschützt ist. Klar die neuen Boote haben ein Ruder und Schwert aus Alu was natürlich pflegeleichter ist, aber das nur am Rande. Den Traveler, sofern man einen nutzen möchte, kann man sich auch noch beim Vision nachrüsten. Ob man Diesen unbedingt benötigt hängt mal wieder von einem persönlich ab. Ich selber schätze das Segeln mit Traveler sehr , bin aber auch recht ambitioniert.

Für uns war der Entwicklungssprung vom Vision zum Evo so groß, dass wir aufgrund unserer Art zu segeln umgestiegen sind. Wer nur mal zum Urlaub auf einem Binnensee oder einerTalsperre und vor allem alleine segelt, kann immer noch gut zum Vision greifen. Klar hat man nicht das neuste und modernste Boot, aber man hat einen gut segelden Katmaran, der Spaß bringt und immerhin auch seine 21 km/h läuft . Dabei ist es preislich interessant und sehr gutmütig. Wer es heißer liebt, so wie wir, der muss umsteigen! Heute würde ich mir auch einen Hurricane kaufen, wenn ich nicht schon den Evo hätte. Der Sprung vom Evo zum Hurricane war für uns jetzt nicht so groß, dass wir zwingend umsteigen mussten. Ob wir nun mit 30 oder 35 km/h Stunde über den See fliegen spielt für uns im Moment nicht so die Rolle. Wem dieser Unterschied und auch die Neuerungen wichtig sind der ist mit dem Hurricane sehr gut bedient. Wir haben mit unserem Evo ja auch schon Wanderfahrten unternommen und es geht mit 50 kg Gepäck vorne auf dem Trampolin recht gut. Ich denke das dies mit dem Hurricane noch besser geht.

Unser Fazit wäre:

Der Vision ist ein solides Boot für gemütliches segeln zu zweit und sportlicheres segeln alleine. Allerdings ohne Trapezsegeln. Bei Gepäcktouren sollte man das Gepäck verteilen.

 

Der Evo ist für sportliches Segln mit Trapez sehr gut geeignet. Natürlich kann man auch gemütlich segeln. Für Gepäcktouren gut geeignet.

 

Der Hurricane ist für sportliches Segeln mit Trapez und noch schneller als der Evo und für Gepäcktouren sehr gut geeignet.

 

Ich hoffe ich konnte mit diesem kleinen Bericht Einigen bei Ihrer Entscheidung helfen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0