Bericht der Crew

Wie ich zur Catseglerin wurde

Gabi an der Pinne als Skipperin
Gabi an der Pinne als Skipperin

Wassersport fand ich schon immer spannend. Kajak paddeln, natürlich im Einerkajak, war eine große Leidenschaft von mir. Sich mit den Naturgewalten auseinandersetzen, die Entschleunigung vom Altag und der Genuss ein Teil dieser Natur zu sein. Der Blickwinkel ändert sich und dies finde ich faszinierend. Paddeln ist ja eher langsam, Catsegeln ist eher das Gegenteil.

Der Spaßfaktor beim Katamaransegeln ist enorm hoch. Die Auseinandersetzung mit der Natur bleibt, sie wird eher noch stärker, da der Wind doch recht viel Kraft hat. Segeln ist noch eine Steigerung zum Paddeln. Ich hätte nie gedacht, dass es so toll ist. Ohne meinen Skipper hätte ich es aber nie begonnen. Wie schon eingangs von meinem Skipper berichtet, wollte er schon immer segeln. Klar, dass es ihn als ehemaligen Seemann reizt. Eigentlich wollte Carsten sich ein großes Segelboot  anschaffen, aber dafür reichte unser Budget nicht und auch die Zeit für so ein Schiff war einfach nicht vorhanden.

Außerdem waren wir schon immer Reisende mit Wohnwagen/ Wohnmobil oder auch Zelt. Das Boot sollte also nach Möglichkeit immer mit. Da war für mich die Idee mit dem Schlauchcatamaran irgendwie genial. Man spart auch etwas Geld wie zum Beispiel beim Winterlager, dem Krahnen, der Werft. All diese Dinge finden mehr oder weniger bei uns zu Hause statt. Gerade hat Carsten bei uns im Keller die Werft eröffnet. Wir haben uns für diesen Winter einige Umbauarbeiten vorgenommen. Darüber wird aber im einzelnen mein Skipper berichten. Fast in jeder Saison fallen uns kleine -Verbesserungen ein, und wir freuen uns dann sehr wenn

Diese sich in der Praxis bewähren.

So wird der Winter immer recht kurzweilig. Carsten würde das Probesegeln ja auch bei Eis und Schnee durchführen, aber das ist mir dann doch zu kalt. Da wir diese Ideen im Team ausgetüftelt haben ist auch klar, dass wir die Neuerungen zusammen testen. Somit warten wir immer ungeduldig auf den Frühling. Das war dieses Jahr wirklich eine Geduldsprobe. Einmal Carstens Aktion mit den Bugverstrebungen, ich dachte, er wird nie fertig und dann das lange Warten bis wir das erste Mal mit dem Gennaker segeln konnten.

Man könnte denken, dass Catsegeln eher langweilig ist aber dem ist nicht so. Okay ich gebe zu Kaffeesegeln, wie mein Skipper es nennt, ist es nicht, aber das macht den Reiz aus. Es ist Sport !

In der Regel segeln wir erst los wenn die normalen Yachten wieder in den Hafen kommen, weil ihnen der Wind zu stark ist. Ich glaube aus den Logbucheinträgen kann man gut erkennen, dass wir erst ab 4 bis 5 Beaufort richtig Spaß haben. Wind und Wellen fordern den ganzen Körper, gerade ich als Vorschoterin, die doch öfters im Trapez außen an den Rümpfen rumturnt hat gut zu tun. Das hält einen warm. Es beeindruckt mich immer wieder, dass wir ein Ziel ohne Hilfsmotor immer erreichen. Manchmal dauert es etwas länger, da wir kreuzen müssen,  aber das gesteckte Ziel erreichen wir.

Noch ein Wort zum Trapezsegeln. Davor hatte ich wirklich Respekt, man hängt  nur an einem dünnen Drahtseil und sonst nichts. Ich musste erst Vertrauen zu dieser Geschichte bekommen. Mittlerweile finde ich es super spannend, wenn der Wind ausreichend Druck in das Segel bringt und ich mich in das Trapez stellen kann. Vor allem werde ich nicht so naß, die Duschen gehen direkt zu meinem Skipper durch. Der freut sich dabei immer ganz doll. Ich hingegen bekomme meistens nur nasse Füße und habe von den Schwimmern aus die beste Sicht. Es hat schon ein zwei Jahre gebraucht bis ich das Trapezsegeln so wie heute beherrscht habe.

Pausen müssen sein, auf einer Insel in der dänischen Südsee
Pausen müssen sein, auf einer Insel in der dänischen Südsee

Ich über nehme auch mal die Pinne und segel unseren Evo selbst. Das muss sein, denn wenn mein Skipper mal außenbords geht hätte ich ihn gerne wieder und dann ist es gut wenn man weiß wie man den Cat zu segeln hat. Cartsen ist da auch ganz geduldig mit mir. Am Anfang hat mich die im 90° Winkel abgeknickte Pinne wahnsinnig gemacht. Jedes Mal bin ich in die falsche Richtung gefahren. Nach gut 7 Jahren auf unseren Schlauchcatamaranen, denke ich über solche Kleinigkeiten nicht mehr nach. Am wohlsten fühle ich mich aber auf dem Vorschoterposten und im Trapez.  Unser neuestes Ziel ist dieses Jahr der Gennaker gewesen. Hier werde ich ganz schön gefordert und wir tüfteln immer noch an Verbesserungen. Diese kleinen Herausforderungen sind es die mir richtig Spaß bringen.

Sehr schätze ich auch, dass Catamarannsegeler wie Paddler ganz unkomplizierte Menschen sind. Gibt es ein Problem hilft man sich gegenseitig. Mit unserem Schlauchi kommen wir auch immer ganz schnell ins Gespräch mit anderen Catsegelern. Viele denken ja noch, dass man mit unseren Booten nicht richtig segeln kann. Sie sind dann immer ganz erstaunt, wenn sie unsere Leistungen auf dem Wasser erleben.

Mein fazit lautet: Catsegeln ist Spaß pur!

Nebenbei sieht man noch einiges was man sonst nicht zu Gesicht bekommen würde, wie Schweinswaale oder Seeadler bei der Jagd oder auch schöne Strände, wo man nur mit dem Boot hinkommt.

 

In diesem Sinne frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2018

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